Blog Teuflische Börsengedanken

Himmel und Hölle: So fühlt sich ein Börsencrash an

Der Börsencrash Flavour, Shorties Flow.

Zur Hilfe hast du Marc Faber geholt.

Jungs, schaut auf den Neuen Markt.

Sagt mir, hättet ihr vor Panik verkauft? Verkauft.

Das ist der Börsencrash Flavour.

Ganz ehrlich?

Ich weiß nicht, warum ich an Bushido denken musste. Er hat mit der Finanzszene so wenig zu tun, wie Marc Faber mit einer richtigen Prognose. Wahrscheinlich sollte ich mich bei dir entschuldigen.

Du kennst das niveauvolle Original nicht?

Hier kannst du deine Ohren vergewaltigen verwöhnen:

Viele Anleger wissen nicht, wie sich ein Börsencrash anfühlt. Sie investieren erst seit wenigen Jahren in Aktien, ETFs und Co.

Das Gefühl eines Kursverfalls wird häufig unterschätzt.

 

Börsencrash! Na und?

Viele Anleger zucken beim Wort „Börsencrash“ nur mit ihren Schultern. Es macht so den Eindruck, als würde es sich um ein Märchen handeln.

Na gut, dann spiele ich mit!

„Es war einmal vor langer Zeit. Wir schreiben das Jahr 2007. Die Börse feierte neue Höchstkurse. Langsam aber sicher gewannen die Menschen das Vertrauen in die Aktienmärkte zurück. Aber dann kam der böse Wolf, ähm die Finanzkrise natürlich!

Schwupps, die Kurse purzelten wie die Kilos bei einer guten Diät.

DAX Entwicklung

Im DAX ging es von 2007 bis 2009 um mehr als 50 % runter.

Auch beliebte Aktien hatten unter dem Kursverfall zu leiden. Welch ein Frevel! Daimler verlor in diesen 2 Jahren in der Spitze über 75 % an Kurswert. Aus  1.000 Euro wurden 250 Euro.

Zum Glück der Anleger setzte 2009 der Jo-Jo-Effekt ein.

Und wenn der DAX nicht delisted ist, dann steigt oder fällt er noch heute.“

Die Moral der Geschichte: Du kannst an der Börse tatsächlich Geld verlieren.

 

Eine sehr weise Erkenntnis

Viele Anleger werden nun mit den Schultern zucken. „Ja, das ist mir schon klar!“ Leider sieht die Realität anders aus.

Ich lese in allen großen Facebook-Gruppen zur Geldanlage mit. Kaum fällt der DAX um skandalöse 0,5 %, bricht bei manchen Börsianern die Panik aus. „HILFE! Was ist passiert?“ Mein Freund, die Aktienmärkte sind eben keine Einbahnstraße.

In der Theorie werden Aktien als langfristige Geldanlage angepriesen.

Praktisch jeder zweite Blog schwärmt vom ETF-Depot. Derzeit befinden sich die Märkte in einer Hausse, das ist ein langfristiger Aufwärtstrend. Ganz grob hält er seit 2009 an. Der Trend kann noch viele Jahre andauern oder abrupt abbrechen.

Ein Kurssturz sollte dem Anleger nichts ausmachen. Schließlich ist er 20 Jahre oder länger investiert. Die Realität sieht ein kleines bisschen anders aus.

Aktionärsquote Deutschland Entwicklung

Es verhält sich so wie in einer Beziehung. „Schatzi, ich liebe dich. 😍 Wir sind füreinander bestimmt! Unsere Liebe wird ewig halten.“ 7 Monate später ist Schluss.

Deutsche Anleger zeigen ein ähnliches Verhalten wie das hoffnungslos verliebte Pärchen. Zu Höchstständen befindet sich die Aktionärsquote tendenziell auf einem Hochpunkt. In negativen Phasen wird die Anzahl der Aktionäre immer geringer.

Eigentlich müsste sich die Anzahl erhöhen!

Eigentlich.

Ich kaufe meine Klamotten immer im Sale ein. Mit etwas Glück erhalte ich einen flauschigen Wintermantel für 190 Euro, der vorher 500 Euro gekostet hat. Ich kann nur mit dem Kopf schütteln, wenn meine Freunde ihre Mäntel für 200 Euro zum Normalpreis erwerben. Da der Winter vorbei ist, profitiere ich erst im nächsten Jahr von ihm. Aber ich liebe einzigartige Qualität.

Die Anleger verkaufen ihre Aktien, wenn es gerade günstig ist.

Komisch, nicht wahr?

Börsencrash Flavour ist Schnäppchenzeit!

 

Worauf kommt es nun an?

Ich persönlich habe zwei große und fünf kleinere Crashs miterlebt.

Der erste Börsencrash hat mich für den Aktienhandel begeistert. Es war die Kursentwicklung um 9/11, die mich in den Bann zog. Ich beobachtete den ganzen Tag über Börsenkurse. Klein-Niki verstand damals noch wenig davon. Doch er wusste, dass er diese Disziplin meistern möchte. Nun lebe ich im Ausland und möchte mir meine finanzielle Freiheit mit der Börse aufbauen. Story of my life.

Ich erlebte den Irakkrieg 2003 und sah, wie der DAX fast unter 2.200 Punkte rutschte. Damals wettete ich mit meinem Vater, dass der Index unter 2.000 Punkte fällt. Meine Wette ist (leider?) nicht aufgegangen und ich wusste: Als Crashprophet werde ich keine Karriere machen.

Das überlasse ich lieber „Experten“ wie Marc Faber oder Max Otte.

Einige Jahre später folgte die Finanzkrise. Zum Glück hatte ich gerade mein Studium begonnen. Da man als Student unter notorischem Geldmangel leidet, war ich nicht investiert. Ich sah die Ängste der Menschen und immer wieder die Frage, wie tief es noch gehen würde. Die Märkte fielen verdammt tief, eine sehr teuflische Zeit.

Börsencrash Verwirrung

Die Folgezeit nach 2009 war von Zweifeln geprägt. Manche sahen die Rallye als kurzes Aufbäumen vor dem nächsten Crash an.

Komplett falsch.

Heute wurde ein neues Allzeithoch von über 13.240 Punkten erreicht.

Aktiv gehandelt habe ich die Nuklearkatastrophe von Fukushima. Ab dem 11. März 2011 kam es zu Störfällen im Atomkraftwerk. Besonders komisch: Anfangs stiegen die Aktienkurse sogar leicht an. Wenig später kam es jedoch zu einem heftigen Kursverfall, aber die Kurse erholten sich zügig. Ich hatte noch einige Long-Knockouts im Depot, die ich direkt am Anfang schnell verkaufte. Sie wären sonst knallhart ausgeknockt worden.

 

Da warst du vielleicht auch dabei!

Machen wir einen kleinen Zeitsprung.

Wir befinden uns im Jahr 2016. Genau, es geht um den Brexit und um die Trump-Wahl. Beide Ereignisse führten zu kurzfristigen Kursstürzen. Die Erholung setzte schnell ein.

Viele Anleger kennen nur diesen Ablauf.

Einen Tag zittern und es ist ausgestanden.

Die Oldschool-Börsencrashs sind jedoch zermürbend. Sie rauben dir täglich die Nerven. Du hoffst, dass es bald ausgestanden ist. Dann geht es endlich zwei Tage nach oben. Du freust dich auf die Trendwende und dann fallen die Märkte weiter in die Tiefe.

Dieses Gefühl der teuflischen Zermürbung kennst du nicht.

Zermürbung.

Unten siehst du den Aktienkurs des Energieriesen E.ON. Wohlgemerkt ein DAX-Wert! So sieht Zermürbung in ihrer vollen Pracht und Schönheit aus:

EON Aktienkurs

Ich habe vor 10 Jahren mit Pennystocks spekuliert, die teils über 30 % in die roten Zahlen rutschten. Da blieben sie Tage, Wochen und Monate. Irgendwann habe ich verzweifelt verkauft, da ich nicht mehr an die Wende glaubte. Einige haben sich tatsächlich erholt.

Heute weiß ich: Pennystocks haben nichts mit einer seriösen Geldanlage zu tun.

Einen Kauf tätigt man, weil man vom Unternehmen überzeugt ist. Je länger sich die Kurse im höllenroten Bereich befinden, desto stärker wachsen die Zweifel.

  • Habe ich mich geirrt?
  • War mein Ansatz falsch?
  • Vielleicht habe ich die Firma falsch eingeschätzt?
  • Hätte ich doch auf Marc Faber gehört.

„Ich steige aus, solange noch etwas zu retten ist!“

Bei der langfristigen Geldanlage ist das ein grandioser Fehler. Gute Investoren halten an ihrer Firma fest, solange sich fundamental nichts geändert hat.

 

Fazit: Zittern, ja. Verkaufen, nein.

Investierst du erst seit 8 Jahren, sind dir nur kurzfristige Kursverluste bekannt. Vor allem wenn du dein Geld in größere Indizes per ETFs anlegst.

Es ist die Zermürbung, die dich viel Geld kosten kann.

Aktuell haben die Gold-Investoren darunter zu leiden:

Goldkurs

Seit den Höchstkursen von 2011 findet eine höllische Abwärts-/Seitwärtsentwicklung statt.

Was kann ich gegen Panikverkäufe unternehmen?

  • Teile deine Strategie mit deinem Partner oder einem Freund, der etwas von Aktien versteht. Ein Verkauf soll nur nach Absprache stattfinden.
  • Arbeite mit festen Stop-Loss-Limits (sofern sie zu deiner Taktik passen!).
  • Du legst dein Geld langfristig in ETFs an? Dann schau höchstens einmal im Monat auf die Kurse, da bei dieser Anlageform kurzfristige Entwicklungen irrelevant sind.
  • Ein Robo Advisor könnte für sehr zittrige Gemüter eine Lösung sein. Der digitale Vermögensverwalter kümmert sich vollautomatisch um deine Ersparnisse.

Du fürchtest dich vor dem nächsten Börsencrash?

Dann gönn dir den Sonnenbank Börsencrash Flavour von Bushido. 😉

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