Blog Lucifers Börsentipps für Anfänger

Eigentlich sind Aktien ganz einfach

Ein Vater möchte seinem Sohn den Aktienhandel erklären.

Papa: Ich kann dir Aktien ganz einfach erklären. Stell dir vor, du schließt dich mit paar Freunden zusammen. Ihr verkauft Milch auf dem Pausenhof.

Sohnemann: Aber Papa, heute trinkt doch keiner Milch mehr, wenn dann Energy-Drinks!

Papa: Na gut, dann eben Energy-Drinks. Die Geschäfte laufen ganz gut, doch der Hausmeister macht euch Konkurrenz.

Hausmeister Aktien

Außerdem denkt ihr darüber nach, die Hochschule neben euch zu bedienen. Dafür braucht ihr Geld, um zu expandieren. Um schneller zu wachsen, möchtet ihr an die Börse gehen. Dabei verkauft ihr Teile eures Unternehmens.

Sohnemann: Aber Papa, wie funktioniert das im Detail?

Papa: Zuerst wird der Firmenwert berechnet. Ein unabhängiger Gutachter, der Wirtschaftslehrer deiner Schule, stellt 20.000 Euro fest. In diese Summe fließen die Vermögensgegenstände des Unternehmens ein. Das wäre z. Bsp. das liebevoll gestaltete Verkaufshäuschen. Es folgt der Börsengang deiner Energy-Drinks-AG. In der Fachsprache wird dieser Prozess als IPO (initial public offering) bezeichnet.

Firmenwert

Sohnemann: Aber Papa, verliere ich nicht die Kontrolle über meine Firma?

Papa: Beim Börsengang werden 20.000 Aktien für jeweils 1 Euro ausgegeben. Theoretisch könnte jemand die Kontrolle übernehmen, wenn er 10.001 Aktien erwirbt. Dann hätte er die Mehrheit über deine Firma. Das könnte auch das Lehrerkollegium sein. Die Lehrer schließen sich zusammen und kaufen euch auf. Deshalb behältst du 10.001 Aktien unter deiner Kontrolle und gibst nur 9.999 Aktien an der Börse frei.

Sohnemann: Aber Papa, mir würden 5.000 Aktien genügen!

Papa: Du kannst natürlich auch 5.000 Aktien verkaufen. Da dies 25 % aller Anteile sind, bleiben 75 % der Aktien in deinem Besitz. Ein späterer Verkauf ist jederzeit möglich.

Sohnemann: Aber Papa, wie war das mit den Aktienkursen?

Papa: Nehmen wir an, du möchtest 4.999 Anteile später verkaufen. Der Ausgabekurs (erster Verkaufskurs) liegt bei 1,00 Euro. Die Energy-Drinks-AG wird an der Börse gehandelt.

Wall Street

Wenn sich viele Käufer finden, steigen die Kurse eher an. Möchten viele Besitzer ihre Aktien verkaufen, ist mit Kursverlusten zu rechnen. Gute Geschäftszahlen führen tendenziell zu steigenden Kursen.

Sohnemann: Aber Papa, erfährt jeder von den Einnahmen meiner Energy-Drinks-AG?

Papa: Ja, du musst deine Gewinne und Verluste regelmäßig veröffentlichen. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass dies mindestens im 3-Monats-Rhythmus (quartalsweise) geschieht. Für die Aktionäre sind das wichtige Infos. So erfahren sie, wie gut du die Geschäfte führst. Eventuell verkaufen sie ihre Anteile, wenn ein Bericht negativ ausfällt und sie nicht mehr von der Energy-Drinks-AG überzeugt sind.

Sohnemann: Aber Papa, wie kann ich nun mit Aktien spekulieren?

Papa: Um eine Aktie zu kaufen, brauchst du ein Depot. Man könnte es als virtuelle Geldbörse bezeichnen. Im Gegensatz zu Münzen lagern dort Aktien und sonstige Wertpapiere. Gute Anbieter sind die comdirect oder die onvista bank. Nachdem du das Depot eröffnet hast, musst du Geld einzahlen.

Sohnemann: Aber Papa, sind Aktien nicht teuer?

Papa: Die teuerste Aktie der Welt ist Berkshire Hathaway. Das ist die Firma des US-amerikanischen Börsengurus Warren Buffett. Eine Aktie kostet über 250.000 US-Dollar. Ich glaube nicht, dass du so viel Geld im Sparschwein hast.

Berkshire Hathaway Kurs

Keine Sorge, viele Aktien kosten zwischen 5 und 100 Euro. Generell kommt es nicht auf den Preis an. Du hast von Oma zuletzt 1.000 Euro erhalten. Wenn Aktie A 10 Euro kostet, kaufst du 100 A-Aktien. Aktie F hingegen notiert bei 50 Euro. Dann legst du dir 20 F-Aktien ins Depot. Der Kaufpreis spielt keine Rolle, es kommt auf das Kaufvolumen an.

Sohnemann: Aber Papa, was sollte ich beim Kauf beachten?

Papa: Es fällt eine Gebühr an, die sich meist am Kaufpreis orientiert. Bei einer 1.000 Euro Order solltest du mit circa 10 Euro rechnen. Umso wichtiger ist eine gute Strategie. Kaufe keine Aktie, nur weil sie der Vater eines Kumpels im Depot hat. Erstelle eine eigene Anlagestrategie. Setze sie exakt in die Tat um und verzichte auf Panikkäufe und -verkäufe.

Börsenstrategie

Sohnemann: Aber Papa, wie lange sollte ich meine Aktien halten?

Papa: Das kommt ganz auf deine Strategie an. Kurzfristige Taktiken sind deutlich komplizierter, da sie sehr viel Fachwissen erfordern. Viele solcher Händler zocken einfach nur. Mit seriösem Börsenhandel hat das wenig zu tun. Anfänger fahren mit langfristigen Strategien meistens besser. So kannst du mit deinen Kumpels kicken gehen und musst nicht die ganze Zeit auf deine Aktien schauen.

Sohnemann: Aber Papa, ich sehe den Börsenkursen gerne zu!

Papa: Mein Sohn, das sagst du vielleicht jetzt. Als neutraler Beobachter machen dir Kursverluste nichts aus. Es ist jedoch komplett anders, wenn du wirklich investiert bist. Fallende Kurse können nervtötend sein, ich weiß, wovon ich spreche. Viele Anleger verkaufen ihre Aktien, obwohl das nicht ihrer Taktik entspricht. Die Börsenpsychologie wird gerne unterschätzt. Am Ende ist sie für den Erfolg einer Strategie ausschlaggebend. Eine sehr gute Anlagetaktik bringt wenig, wenn man sie falsch umsetzt.

Sohnemann: Aber Papa, wie lautet dein bester Tipp für den Einstieg?

Papa: Es nützt nichts, willkürlich zu investieren. Da du noch nie mit Aktien gehandelt hast, empfehle ich dir ein Musterdepot anzulegen. Dort kannst du den Aktienhandel mit Spielgeld üben. Das onvista-Musterdepot eignet sich gut für den Einstieg.

Sohnemann: Aber Papa …

Papa: Was gibt es denn jetzt noch?

Sparschwein

Sohnemann: Ich bitte um eine Taschengelderhöhung, um mir mehr Aktien kaufen zu können!

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